Mit Saft und Kraft aus Bayern: Junge Leute zu Besuch in Berlin

Noch sind die Plätze im Clara-Zetkin-Saal leer (Foto: Privat)

Noch sind die Plätze im Clara-Zetkin-Saal leer (Foto: Privat)

„Toll, dass so viele junge Leute sich für die Arbeit von Die Linke. interessieren. Klar ist, wer Veränderungen will, der muss sich politisch auch engagieren!“ Mit diesen Worten bedankte sich Eva bei rund 50 Jugendlichen, die im Rahmen einer Bundestags-besuchergruppe aus Bayern nach Berlin angereist sind. Für die interessierten und gut informierten jungen Frauen und Männer, darunter nicht wenige Genossinnen und Genossen von Die Linke. und der Linksjugend [’solid] im Freistaat, war eigens der Fraktionssaal „Clara Zetkin“ der Linksfraktion reserviert worden.

Volles Haus im Fraktionssaal der Linken im Bundestag (Foto: Privat)

Volles Haus im Fraktionssaal der Linken im Bundestag (Foto: Privat)

Und im glasbedachten Raum, neben der stadtüberragenden Kuppel des alten Reichstagsgebäudes, fühlten sich die Gäste sichtlich wohl. Nach der Einleitung über Evas persönlichen Werdegang in der Linken („Politisiert wurde ich durch die fehlende Aufarbeitung des Faschismus in Bayern, durch KZ-Zeitzeugen, die vor Faschismus warnten und durch meine Entrüstung darüber, wie sich die CSU und Katholische Kirche beim Pinochet-Putsch auf die Seite der folternden Diktatur gestellt hat.“) und einer knappen Beschreibung zum Bundestagsalltag im Parlaments- und Fraktionsbetrieb wurde schnell auf Diskussionsmodus umgeschaltet.

Kunst im Fraktionssaal: "Sisyphos macht Pause" (2009) von Siegfried Schütze (Foto: Privat)

Kunst im Fraktionssaal: „Sisyphos macht Pause“ (2009) von Siegfried Schütze (Foto: Privat)

Im Minutentakt folgten Fragen zu einer abendfüllenden Themenpalette: Wie sieht Die Linke. die restriktiven Bestimmungen im bayerischen Wahlrecht, die es kleinen Parteien im CSU-Land so schwer machen? Was wird gegen die Überwachung der politischen Linken in Bayern unternommen? Wie können kleine Bauernhöfe wirksam unterstützt werden? Warum gibt es EU-Agrar-subventionen? Und wie geht es mit Europa überhaupt weiter? Ist Kükenschreddern nicht ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz? Wie hält´s Eva mit Anbindehaltung versus Laufstallhaltung in der Viehwirtschaft? Wie funktionierte Lobbyismus im politischen Geschäft konkret und ist Die Linke. anders als die anderen Parteien gegen Einflussnahme starker Wirtschaftsinteressen gefeit? Gibt es auch bei der Linken einen Fraktionszwang bei kontroversen Abstimmungen? Welche Konzepte hat Die Linke. zur Energiewende, zu Biogas, zu Bürgerenergien? Und was hat es mit dem demographischen Wandel und den Renten auf sich? Sind die Gewerkschaften nicht zu brav geworden? Und was können wir dem Rechtsruck von Seehofer und AfD entgegensetzen?

Mit Geduld, Kenntnis und Spaß bei der Sache beantwortete Eva die spannenden Fragen. Wer tiefer bohren will, der kann dies im „Erfurter Programm“, dem Bundesparteiprogramm von Die Linke. und im Landeswahlprogramm der Linken („Bayern – sozial und solidarisch“) tun: Die Lektüre lohnt sich! Am Ende von zwei kurzen Stunden steht dann zweifelsohne fest, dass die Linke. trotz Erstärken des rechten Lagers weder saft- noch kraftlos ist, wie der eine oder andere Beobachter derzeit meint. Zunehmend junge Menschen finden den Weg in linke Strukturen. Sei es im Ortsverband zu Hause, in Gewerkschaften auf der Arbeit, in linke Verbände in Schule und Uni – auch in Bayern. Das macht Hoffnung. Schön, dass ihr da wart!

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