Gespräch mit Schulklasse vom Gnadenthal-Gymnasium aus Ingolstadt

SchülerInnen aus Ingolstadt zu Besuch im Bundestag (Foto: Privat)

SchülerInnen aus Ingolstadt zu Besuch im Bundestag (Foto: Privat)

Nur Österreich ist schlechter, wenn es in den Industriestaaten um Aufstieg durch Bildung geht (Screenshot/OECD 2015)

Nur Österreich ist schlechter, wenn es in den Industriestaaten um Aufstieg durch Bildung geht (Screenshot/OECD 2015 )

Im Rahmen eines Besuchs des Deutschen Bundestages haben Schülerinnen und Schüler des Ingolstädter Gnadenthal-Gymnasiums die linke Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter getroffen. Nach einer kurzen Einführung über den parlamentarischen Arbeitsalltag durch die Büromitarbeiter berichtete die von einer namentlichen Abstimmung kommende gebürtige Ingolstädterin über ihre ganz persönliche politische Vita. Rasch war danach die Fragerunde eröffnet, und Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrer aus dem Bundestagswahlkreis der Abgeordneten konnten offene Fragen stellen.

Schnell war klar, der inhaltliche Schwerpunkt ist das deutsche Bildungssystem: Was bedeutet Chancengerechtigkeit, unterschiedliche Herkunft, was das mehrgliedrige Schulsystem in Bayern, was die soziale Durchlässigkeit des Bildungsweges für den Lebensweg des einzelnen Menschen? Hier gingen die Positionen erwartungsgemäß auseinander. Fakt ist, dass sich in allen Industrieländern die soziale Kluft zwischen gut und weniger gut ausgebildeten Menschen in den vergangenen Jahren erheblich vertieft hat.

In ihrem Bildungsbericht 2014 schreibt die Bildungsforscher der Organisation der Industriestaaten (OECD), dass in Deutschland Kinder von hochqualifizierten Eltern mit einer mehr als doppelt so großen Wahrscheinlichkeit an die Uni, Fachhochschule oder in Meisterklassen gehen wie Kinder von Mittel- und Niedriggebildeten. Auch der Bericht 2015 bescheinigt Deutschland den zweitletzten Platz in Sachen „Aufstieg über Bildung“. Die Folge sind besonders auch unterschiedliche Zahlen auf dem Gehaltsscheck: je schlechter die Ausbildung, desto weniger Geld zum Leben. Auch ist die Arbeitslosigkeit bei gering Ausgebildeten sehr viel höher. In einer offenen und demokratischen Gesellschaft, wo der Bildungsweg über die spätere Position auf der sozialen Leiter entscheidend ist, kommt der Schule die Verpflichtung zu, bestehende Ungleichheiten durch Geburt, wie es sie in feudalen Gesellschaften mit Adel und Nicht-Adel gab, zu überwinden.

Einig waren sich alle im Raum, dass das G8-Abitur in Bayern keine gute Idee war, zu hoch der Leistungsstress für Schülerschaft, Lehrer und Eltern. Aus diesem Grund kassierte die CSU-Landesregierung ihre eigene Idee mit der Mittelschule Plus teilweise wieder ein. Auch auf Druck von DIE LINKE. in Bayern, daran sei erinnert. Am Ende des rund eine Stunde dauernden Treffens bedankte sich Eva Bulling-Schröter bei den Jugendlichen und Lehrern und wünschte Ihnen noch einen interessanten Aufenthalt in der Hauptstadt.

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