Ortstermin in Erlangen zur StUB-Trasse: Biotope zerstören ist nie alternativlos!

Die bayerische Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter (Die Linke Ingolstadt) und Herbert Fuehr (Bund Naturschutz Erlangen, 2.v.l.) bei der Besichtigung schützenswerter Auwald-Reste in Alterlangen (Bild: Privat)

Die bayerische Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter (Die Linke Ingolstadt) und Herbert Fuehr (Bund Naturschutz Erlangen, 2.v.l.) bei der Besichtigung schützenswerter Auwald-Reste in Alterlangen (Bild: Privat)

Bericht von DIE LINKE und Bund Naturschutz

Biotope zerstören ist nie alternativlos!

Eva Bulling-Schröter, Sprecherin für Energie und Klima der Bundestagfraktion DIE LINKE und ehemalige Vorsitzende des Umweltausschusses informierte sich heute beim Kreisvorsitzenden vom Bund Naturschutz in Erlangen, Herbert Fuehr vor Ort über die Trassenführung der Erlanger StUB.

Für den Bund Naturschutz in Erlangen erläuterte der Kreisvorsitzende Herbert Fuehr:

Am West- und Ostende der geplanten Brücke befinden sich seltene Auwald-Reste. Eines dieser gesetzlich geschützten Biotope, die Alterlanger Seelöcher, wurde gemeinsam besichtigt. Sie gelten als besonders kritisch. Ein solches Biotop darf nicht beeinträchtigt werden, es sei denn, die Schädigung lasse sich ausgeglichen, erläuterte Fuehr. Aber solche Ausgleichsmaßnahmen seien bei Auwäldern praktisch unmöglich. Ähnliches gelte für die von der geplanten Brücke bedrohten Nasswiesen und Sandmagerrasen.

Auwälder sind in ganz Bayern inzwischen sehr selten und daher besonders schützenswert. Über 70 Vogelarten können in den Seelöchern als Brutvögel, Durchzügler oder Nahrungsgäste beobachtet werden. Auch die Erlanger Störche, Graureiher, Pirol und Eisvögel sind hier anzutreffen. Für Zugvögel sind die Seelöcher ein wichtiger Rastplatz.

Durch die Anlage der Baustraße und die Zufahrt werden weitere Biotope beschädigt, befürchtet der BN. Wenn beim Bau der Pfeiler tief gegraben werde, drohe eine Grundwasserabsenkung, von der sich ebenfalls gesetzlich geschützte Nasswiesen wohl nicht mehr erholen dürften. Außerdem sei das Regnitztal  eine wichtige Frischluftschneise. Ein Brückenbau würde den Kaltluftstrom behindern und damit das Wohnklima in der Stadt beeinträchtigen.

Die Seelöcher sind Naturschutzgebiet und könnten durch die neue Trasse gefährdet werden (Bild: Privat)

Die Seelöcher sind gesetzlich geschützte Biotope und könnten durch die neue Trasse gefährdet werden (Bild: Privat)

Nach der Ortsbegehung äußerte sich Eva Bulling-Schröter sehr beeindruckt:

„Bevor man so ein wichtiges Biotop schädigt, muss man wirklich ernsthaft Alternativen prüfen. Das Bürgervotum bietet dafür eine großartige Chance.

Beim Bürgerentscheid wurde nicht über eine bestimmte Trasse abgestimmt. Der Oberbürgermeister muss diesen Dialog jetzt in aller Breite beginnen – mit allen betroffenen BürgerInnen. Entscheidungen nach Gutsherrenart passen nicht zu einer modernen, zukunftsfähigen Politik.

Soll es eine StUB für Alle geben, muss eine Straßenbahn dort fahren, wo die Mehrheit der BürgerInnen wohnt, arbeitet und lernt. Die geplante L-Trasse wird dem nicht gerecht. Sie lässt große Wohngebiete außen vor und schließt Tausende von Beschäftigten aus. Verkehrs- und umweltpolitisch sinnvoller ist eine StUB neben dem Büchenbacher Damm. Mit einer Verlagerung von 8000 Siemens-Arbeitsplätzen in den „Siemens-Campus“ ist für viele Siemens-Angestellte aus dem Westen der direkteste Weg zur Arbeit nicht eine Kosbacher Brücke, sondern der Büchenbacher Damm.

Egal, ob auf einer Kosbacher Brücke Straßenbahnen, Busse oder PKW fahren, der Bau durchschneidet das Tal an seiner breitesten Stelle über einen Kilometer und schädigt wertvolle Biotope (70 Vogelarten wurden allein an den Seelöchern beobachtet). Auch ein beliebtes Naherholungsgebiet ist in Gefahr. Ohne Not wird eine grüne Zone zur Verbesserung des städtischen Klimas aufs Spiel gesetzt. Die StUB soll unserer Umwelt zuliebe gebaut werden und nicht um sie durch einen Kosbacher Damm zu zerstören. Die BürgerInnen werden den Kampf gegen die Kosbacher Brücke führen müssen. Dieser Kampf kann gewonnen werden, wenn alle  BürgerInnen, die sich für eine lebenswerte Zukunft und eine umweltfreundliche Trasse einsetzen, einsetzen zusammen aktiv werden.

Infos zum Bund Naturschutz e.V. in Erlangen finden Sie hier.

Infos zur „erlanger linke“ finden Sie hier.

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