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4. Oktober 2009

Zapfenstreich überflüssig und nicht zeitgemäß

„Der Große Zapfenstreich in Neuburg ist überflüssig und nicht mehr zeitgemäß“, meint die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter von den LINKEN. „Bei einem öffentlichen Spektakel wie dem Bundeswehr-Jubiläum in Neuburg, geht es nicht um gesellschaftliche Teilhabe, sondern um die Militarisierung des zivilen Raums. Diese findet statt, während die Bundeswehr weltweit eingesetzt wird und sich in Afghanistan an einem völkerrechtswidrigen Krieg beteiligt.“

Als weltweite Interventionsarmee verteidige die Bundeswehr nicht „Deutschland am Hindukusch“, sondern sichere Einflusssphären und immer knapper werdende Rohstoffe. „Dies geschieht gegen den Willen der Bevölkerung. Anders als im Bundestag, lehnt die Bevölkerungsmehrheit den Afghanistan-Krieg ab“, meint die Ingolstädter Abgeordnete. Und sie fügt hinzu: „Auch die Debatte um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist noch längst nicht vom Tisch. Mit militärischen Zeremonien wie Großem Zapfenstreich oder öffentlichen Gelöbnissen wird die Präsenz des Militärs im öffentlichen Raum zur Normalität. Die öffentliche Meinung soll für den Einsatz der Bundeswehr gewonnen werden.“
Sie, so Eva Bulling-Schröter,  halte es mit Kurt Tucholsky. Dieser hätte bereits 1927 geschrieben: „Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg; man drehe diesem Kram den Rücken oder bekämpfe ihn aktiv. Auch wohlwollende Zuschauer sind Bestärkung."