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4. März 2009

Technologieversprechen CCS verlängert Kohleära und bremst Energiewende

„Die Abscheidung und unterirdische Verpressung von Kohledioxid aus fossilen Kraftwerken (CCS) ist eine gefährliche Sackgasse. Die Bundesregierung will dabei alle Langzeitrisiken auf Steuerzahler abwälzen. Das kennen wir bereits von der Atomkraft“, kommentiert Eva Bulling-Schröter den aktuellen Referentenentwurf zum CCS-Gesetz. Die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Die LINKE hält das Technologie-Versprechen für einen Türöffner, um der Kohlewirtschaft ein zukunftsfähiges Image zu verpassen. Zwar könnte CCS unter Umständen eine Brückentechnologie für den Notfall sein, wenn alle wirklich zukunftsfähigen Optionen nicht schnell genug greifen - deutliche Energieeinsparung und der Aufbau einer vorwiegend auf regenerative Energien basierenden Stromversorgung etwa. Die große Gefahr besteht aber darin, dass gerade wegen der vermeintlichen CCS-Brücke solche nachhaltigen Klimaschutzpfade nicht mit der erforderlichen Konsequenz begegangen werden. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung deutet sich an: CCS wird von der fossilen Kraftwerksbranche dazu missbraucht werden, so weiter zu machen, wie bislang. Darum lehnt die LINKE CCS grundsätzlich ab. Sie sollte auch nicht durch den Staat gefördert werden.

Gegen die Technologie spricht zudem:

· Die Langzeitsicherheit der Speicherung ist wissenschaftlich noch völlig ungeklärt. So ist gelöstes CO2 extrem aggressiv. Versuche in Texas führten zur Auflösung von Teilen der Deckschicht.

· Der Wirkungsgrad fällt um bis zu 15 Prozentpunkte, also um rund ein Drittel. Daraus folgt, ein Drittel bis 50 Prozent mehr Kohleeinsatz mit alle den Folgen für Wasserhaushalt, Feinstaub und Landschaft.

· CCS ist eine extrem teure Technik, Stromkosten (Großhandelspreis) könnten sich verdoppeln. Warum dann nicht gleich auf Regenerative setzen?

· Für CCS werden Forschungsmittel gebunden, die besser für erneuerbare und einen internationalen Stromverbund regenerativer Energien ausgegeben werden sollten.

Es ist nicht zu verantworten, dass nach dem Gesetzentwurf die Risiken der CCS-Speicher bereits 20 Jahre nach ihrer Schließung auf die Bundesländer übergehen. Und es ist überdies irrwitzig, dass die Stromkonzerne für die Nutzung des unterirdischen Raumes keinen Cent zahlen sollen.

Sie wird, wenn überhaupt, erst 2020 großtechnisch verfügbar; der Kraftwerkspark wird aber bis dahin schon zu einem Drittel ersetzt sein. Was wenn CCS scheitert?