Ich habe der Verschiebung im Stichtag des Stammzellengesetzes nicht zugestimmt.
Für mich ist die Stammzellenforschung nur das Einfallstor für immer weitere Forschungen bis hin zum Klonen von Menschen. Diese lehne ich aus verschiedensten Gründen ab. Ethik heißt für mich auch, nicht all das zu realisieren, was auch möglich wäre.
Forschungsinstitute betreiben ihre Arbeit nicht nur aus Menschenfreundlichkeit. Dahinter stehen meist auch handfeste Kapitalinteressen mit der Option auf zukünftige Profite. Meine Ablehnung einer Verschiebung der Stichtagsregelung hat darum nichts mit Technikfeindlichkeit zu tun, sondern mit der Sorge, dass die erforschten Ergebnisse vielleicht missbraucht werden und im Laufe der Zeit auch das Klonen von Menschen gesellschaftsfähig gemacht werden könnte. Sicher werde ich dann nicht mehr in politischer Verantwortung stehen. Aber als Politikerin sehe ich meine Aufgabe darin, Entscheidungen auch dahingehend zu überprüfen, wie sie in einigen Jahren wirken werden und wer die Betroffenen dabei sein könnten.
Die Argumente, es würden Arbeitsplätze vernichtet und der Forschungsstandort Deutschland wäre bedroht, halte ich für vorgeschoben. Schließlich gibt es gerade auch für die Stammzellenforschung Alternativen. Mit den körpereigenen adulten Stammzellen, den Nabelschnurblut-Stammzellen und den iPS-Zellen kann Forschung und Therapie in ethisch zulässiger und medizinisch vielversprechender Weise betrieben werden, ohne dass es einer Verschiebung oder gar Aufhebung des Stichtags im Stammzellgesetz bedarf.