Durch einen Beschluss des Bundestages wurde beim Jagdgeschwader 74 der Namenszusatz des Nazi-Offiziers Mölders gestrichen. Am Wochenende fand nun auf der Luftwaffenbasis der Bundeswehr im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine „Wiedersehensfeier” der Möldersvereinigung statt. Dazu erklärt die Landessprecherin der bayerischen LINKEN und Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Ingolstadt-Neuburg-Schrobenhausen Eva Bulling-Schröter:
Mit der Möldersgedenkfeier auf der Luftwaffenbasis Zell unterläuft die Bundeswehr kaltschnäuzig die Beschlüsse des Parlaments. Glaubt man Medienberichten, so geschieht dies mit aktiver Unterstützung und Duldung aus dem Verteidigungsministerium. Diese Vorgänge sind ein Skandal und sie werden nicht ohne Nachspiel bleiben. Wir wollen von der Bundesregierung wissen, warum entgegen anders lautender Beschlüsse des Bundestages auf dem Gelände der Bundeswehr „Möldersgedenkfeiern” für den hochdekorierten Offizier der Nazi-Luftwaffe stattfinden können und sein Bild wieder das Offiziersheim ziert. Für Menschen, die den Aktivisten eines verbrecherischen Angriffskrieges zum Helden machen und den Kadavergehorsam der Wehrmacht zum Vorbild haben, können Beschlüsse eines demokratisch gewählten Parlaments „ad acta” gelegt werden. Für die Bundesregierung sind sie bindet. Daran werde ich den Verteidigungsminister und seinen Staatssekretär in einer Kleinen Anfrage erinnern. Dabei geht es mir nicht um die „Entehrung” von Mölders. Das hat sich seit langem erledigt. Wer mit soviel Begeisterung am Bombenterror der Nazis gegen die Zivilbevölkerung mitgetan hat, dessen Ehre ist im Geschrei und Wehklagen der Opfer längst unter gegangen.