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19. Juni 2007

Eva Bulling-Schröter: Nachspiel zur Möldersgedenkfeier

Durch einen Beschluss des Bundes­tages wurde beim Jagd­geschwader 74 der Namens­zusatz des Nazi-Offiziers Mölders gestrichen. Am Wochen­ende fand nun auf der Luft­waffen­basis der Bundes­wehr im Landkreis Neuburg-Schroben­hausen eine „Wieder­sehens­feier” der Mölders­vereinigung statt. Dazu erklärt die Landes­sprecherin der bayerischen LINKEN und Bundes­tags­abgeordnete aus dem Wahl­kreis Ingol­stadt-Neuburg-Schroben­hausen Eva Bulling-Schröter:

Mit der Mölders­gedenk­feier auf der Luft­waffen­basis Zell unterläuft die Bundes­wehr kalt­schnäuzig die Beschlüsse des Parlaments. Glaubt man Medien­berichten, so geschieht dies mit aktiver Unter­stützung und Duldung aus dem Verteidigungs­ministerium. Diese Vorgänge sind ein Skandal und sie werden nicht ohne Nachspiel bleiben. Wir wollen von der Bundes­regierung wissen, warum entgegen anders lautender Beschlüsse des Bundestages auf dem Gelände der Bundes­wehr „Mölders­gedenk­feiern” für den hoch­dekorierten Offizier der Nazi-Luftwaffe statt­finden können und sein Bild wieder das Offiziers­heim ziert. Für Menschen, die den Aktivisten eines verbrecherischen Angriffs­krieges zum Helden machen und den Kadaver­gehorsam der Wehr­macht zum Vorbild haben, können Beschlüsse eines demo­kratisch gewählten Parlaments „ad acta” gelegt werden. Für die Bundes­regierung sind sie bindet. Daran werde ich den Verteidigungs­minister und seinen Staats­sekretär in einer Kleinen Anfrage erinnern. Dabei geht es mir nicht um die „Entehrung” von Mölders. Das hat sich seit langem erledigt. Wer mit soviel Begeisterung am Bomben­terror der Nazis gegen die Zivil­bevölkerung mitgetan hat, dessen Ehre ist im Geschrei und Wehklagen der Opfer längst unter gegangen.