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25. August 2007

Umweltkrankheiten sind auch eine soziale Frage

Zu dem von Umweltminister Gabriel vorgestellten Jahresbericht 2006 des Umweltbundesamtes erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Eva Bulling-Schröter:

Der Jahresbericht des Umwelt­bundesamtes 2006 zeigt auf, dass Erkrankungen durch Umwelt­belastungen eine Frage des sozialen Status sind. Ärmere Kinder haben höhere Blei­konzentrationen als ihre Alters­genossen aus höheren sozialen Schichten im Blut. 1,8 Millionen arme Kinder, für die sich die Eltern nicht einmal regelmäßiges, geschweige denn gesundes Essen leisten können, sind auch für bestimmte Erkrankungen anfälliger. Seit der Einführung von Hartz IV wurde diese Situation noch verschärft. Ein Grund mehr, diese diskriminierenden Regelungen sofort abzuschaffen. Dass offenbar auch Kinder aus mittleren und höheren sozialen Schichten von anderen Umwel­tbelastungen betroffen sind, zeigt, dass mangel­hafte Produkt­informationen, Aufklärung und der Verkauf von importierten oder einheimischen Produkten mit Schad­stoffen ein großes Problem darstellen. Erst die neuesten Skandale über importiertes Spielzeug aus China haben verdeutlicht, dass es keine funktionierende oder einheitliche Überwachung für den europäischen Markt gibt. Allerdings stoßen auch Markt­überwachungen schnell an ihre Grenzen, wenn die nötigen gesetzlichen Regelungen fehlen. Die Erhöhung des Weichmachers Bisphenol A in Kunststoff­produkten wie Babyflaschen und von bestimmten Pestiziden in Obst und Gemüse haben gezeigt, wie ernst es der Europäischen Kommission tatsächlich ist, bereits die Zulässigkeit von bestimmten Schadstoffen in Alltags­artikeln einzuschränken. Dieser Zusammenhang zwischen Gesundheit, Umwelt­belastung und sozialer Schicht muss die Bundes­regierung alarmieren. DIE LINKE fordert deshalb auch die Veröffentlichung aller relevanten Produktinformationen wie Inhaltstoffe und Herkunft und eine breite Verbraucheraufklärung.