Zur bislang größten Tötungsaktion von Enten und Kücken in Bayern, aber auch in Deutschland, erklärt Eva Bulling-Schröter, umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Landessprecherin die Linke.Bayern:
Die Tötung von 160.000 Enten im Erlangen beweist die wachsende Bedrohung der massenhaften Nutztierhaltung durch Infektionskrankheiten. Die globalen Personen- und Handelsströme (auch Tiertransporte) verstärken die Ein- und Verschleppungsrisiken. Entgegen aller Behauptungen sind diese nicht beherrschbar. Das liegt auch an Wissensdefiziten. Die LINKE unterstützt die Forderung der Umweltverbände, endlich statt Zugvögeln auch andere- menschengemachte Übertragungswege intensiv zu untersuchen. Schließlich liegt der Verdacht nahe, dass der Virus H5N1 durch verunreinigtes Heu eingeschleppt wurde. Wenn Minister Seehofer trotzdem in der Agrarressortforschung an Standortschließungen und Personalabbau festhält, dann hat er die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es wird ein finanziell und personell bedarfsgerecht ausgestattetes epidemiologisches Zentrum gebraucht. Es müssen dringend wissenschaftlich begründete Strategien zur Verhütung und Bekämpfung von Tierseuchen erarbeiten werden. Dazu gehört vor allem die Überprüfung von Impfmöglichkeiten, aber nicht nur. Wir brauchen auch eine Debatte zu Nutztierhaltungen und den Massentötungen. Dabei geht es nicht nur um Fragen von Tierschutzstandards, sondern auch um die Frage der industriellen Haltung von Tieren. Schließlich bestätigte das Landgericht Nürnberg dem Bund Naturschutz, dass er die gepro-Geflügelproduktion, den Vorläuferbetrieb des nun Erlangen betroffenen Betriebes, eine „tierquälerische Massentierhaltung” nennen durfte.