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28. August 2007

Kein weiter so!

Zur bislang größten Tötung­saktion von Enten und Kücken in Bayern, aber auch in Deutschl­and, erklärt Eva Bulling-Schröter, umwelt­politische Sprecherin der Bundes­tags­fraktion DIE LINKE und Landes­sprecherin die Linke.Bayern:

Die Tötung von 160.000 Enten im Erlangen beweist die wachsende Bedrohung der massenhaften Nutz­tier­haltung durch Infektions­krankheiten. Die globalen Personen- und Handelsströme (auch Tier­transporte) verstärken die Ein- und Verschleppungs­risiken. Entgegen aller Behauptungen sind diese nicht beherrschbar. Das liegt auch an Wissens­defiziten. Die LINKE unterstützt die Forderung der Umwelt­verbände, endlich statt Zug­vögeln auch andere- menschen­gemachte Übertragungs­wege intensiv zu untersuchen. Schließlich liegt der Verdacht nahe, dass der Virus H5N1 durch verunreinigtes Heu eingeschleppt wurde. Wenn Minister Seehofer trotzdem in der Agrar­ressort­forschung an Standort­schließungen und Personal­abbau festhält, dann hat er die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es wird ein finanziell und personell bedarfsgerecht ausgestattetes epidemiologisches Zentrum gebraucht. Es müssen dringend wissenschaftlich begründete Strategien zur Verhütung und Bekämpfung von Tierseuchen erarbeiten werden. Dazu gehört vor allem die Überprüfung von Impf­möglichkeiten, aber nicht nur. Wir brauchen auch eine Debatte zu Nutz­tier­haltungen und den Massen­tötungen. Dabei geht es nicht nur um Fragen von Tier­schutz­standards, sondern auch um die Frage der industriellen Haltung von Tieren. Schließlich bestätigte das Land­gericht Nürnberg dem Bund Natur­schutz, dass er die gepro-Geflügel­produktion, den Vorläufer­betrieb des nun Erlangen betroffenen Betriebes, eine „tierquälerische Massen­tierhaltung” nennen durfte.