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18. April 2007

Chance für Neuanfang beim Emissions­handel vertan

Zur Verabschiedung des Zuteilungs­gesetzes 2012 im Emissions­handel erklärt die umwelt­politische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Eva Bulling-Schröter:

Der Emissions­handel in den Jahren 2008 bis 2012 wird im Zuteilungs­gesetz (ZuG 2012) etwas strammer organisiert, als in der katastrophalen ersten Handels­periode. Erstmals werden weniger Emissions­rechte ausgegeben, als bislang an CO2 ausgestoßen wurde. Dennoch hat die Bundes­regierung die Chance vertan, das System als echtes Klima­schutz­instrument zu etablieren. Die gewünschte Lenkungs­wirkung wird weit­gehend kassiert, zum einen durch Schutz­klauseln für die Kohle und zum anderen durch die wiederum kosten­lose Zuteilung der Emissions­rechte. Am Ende steht erneut ein büro­kratisches Monster, dass weniger dem Kampf gegen die Erderwärmung, als den Extra­profiten der Energieversorger nutzen wird. Es ist unverständlich, dass nicht einmal jene 10 Prozent der Zertifikate versteigert werden, die nach EU-Recht gegenwärtig möglich wären. Darum liegt die Vermutung nahe, dass die Bundes­regierung bei der anstehenden Novellierung der EU-Emissions­handels­richt­linie gegen eine vollständige Vergabe über Auktionen agieren wird. Die leistungslos erzielten Gewinne der Unternehmen durch die Umlage der Zertifikats-Handels­preise auf den Strom­preis sind aber nicht nur ungerecht, sondern führen auch zur Bevorzugung der Betreiber von Kohlemeilern, insbesondere jener Strom­erzeuger, die billig, dafür aber besonders klimas­chädlich Strom produzieren. Diese können mit den hohen Extra­gewinnen aus dem heimischen Emissions­handel problemlos zusätzliche Emissionsrechte aus dem Ausland aufkaufen. Der Verzicht auf eine brenn­stoff­unabhängige Zuteilung zu Gunsten eines Benchmarks für Gas und Kohle schwächt die Lenkungs­wirkung des Handels zusätzlich ab. Dass am Ende mit der Braunkohle auch noch der mit Abstand dreckigste Energie­träger einen Bonus im ZuG 2012 erhält, ist nur noch das i-Tüpfelchen der In­konsequenz. Die 44 hierzulande geplanten neuen Kohle­kraft­werke lassen sich so nicht verhindern. Das ist ein denkbar schlechtes Zeugnis für die von Deutsch­land beanspruchte Führungs­rolle im Klima­schutz.