Gespräch mit Amin Adnan von der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA)

Eva, Amin Adnan (IRENA), Nina Scheer (SPD) (v.l.n.r.)

Eva, Amin Adnan (IRENA), Nina Scheer (SPD) (v.l.n.r.) Foto: Privat

Bei einem Mittagessen mit Amin Adnan, Generaldirektor der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Medien, Finanzwelt, Verbänden, Wissenschaft und Umweltorganisationen hat Eva Bulling-Schröter auf die Notwendigkeit hingewiesen die Subventionierung und Finanzierung von Kohle und Atomkraft zu beenden. Die International Renewable Energy Agency ist eine internationale Regierungsorganisation mit dem Ziel der Förderung der umfassenden und nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Energien in aller Welt. Ihr Hauptsitz wird zukünftig in der Ökostadt Masdar City in den Vereinigten Arabischen Emiraten sein. Eingeladen hatte die regierungsnahe Beratungsfirma Agora Energiewende.

Adnan warb in Berlin für einen positiven Diskurs zu den Chancen einer globalen Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen, hin zur Energiegewinnung aus Sonne, Wind und anderen alternativen Energien. Stärkstes Argument für Erneuerbare sind laut des IRENA-Chefs der Preisvorteil, Energie aus Solar sei aufgrund verbesserter Technologie und gestiegener Produktion von Solartechnik heute gegenüber Kohle und Atom deutlich im Vorteil.

Karte mit IRENA-Mitgliedsstaaten (Foto: Screenshot)

Karte mit IRENA-Mitgliedsstaaten (Foto: Screenshot)

Dem aktuellen IRENA-Bericht Renewable Power Generation Costs (2014) zufolge sind die Kosten zur Energiegewinnung aus Erneuerbaren entweder gleich so hoch oder geringer als die fossile Brennstoffe. Und das ohne finanzielle Unterstützung und trotz fallender Erdölpreise. Führend bei der Kostensenkung für die Erneuerbaren ist ganz klar die solare Photovoltaik (PV): Seit Ende 2009 sind die Kosten für Solarpaneele um 75 Prozent gesunken. Kosten für Strom aus Solarenergie sind seit 2010 um 50 Prozent gesunken, warb Adnan vor den Gästen für einen globalen Anteil von Erneuerbaren am Energiemix von 30 Prozent.

Zur deutschen Energiewende fand der Kenianer nur gute Worte. Deutschland könne zufrieden auf Erreichtes zurückblicken. Statt deutscher Nachdenklichkeit sei Selbstbewusstsein angesagt. Der Atomausstieg sei das Richtige gewesen, ein Festhalten an der riskanten und teuren Atomkraft nur als „bizarr“ zu bezeichnen. Spannend aus linker Perspektive: Es müsse ein klares Bekenntnis und ein Szenario für den nationalen Kohleausstieg geben. DIE LINKE. im Bundestag fordert seit 2013 ein nationales Kohleausstiegsgesetz.

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